Umwelt

Segelfliegen und Natur gehören für uns untrennbar zusammen. Wir verbringen am Wochenende den ganzen Tag an der frischen Luft. Das morgendliche Wetterbriefing ist für uns obligatorisch. Doch häufig zeigt sich schon am Abend, ob am Folgetag frühes Aufstehen oder Ausschlafen angesagt ist. Klingen die Wetterprognosen vielversprechend, treffen wir uns meist schon um acht Uhr auf unserem Fluggelände in Wiescheid, um alle Vorbereitungen für einen erfolgreichen Flugtag zu treffen.

Flugzeuge schieben

Flugschüler schieben ihren Doppelsitzer ASK13 zurück zum Start über das Flugfeld, auf dem im Frühsommer der Löwenzahn reich blüht. Das Gelände wird nicht bewirtschaftet, das Gras aus Sicherheitsgründen regelmäßig kurz gehalten.

Lautloser Windenstart

An Tagen mit guter Thermik drängeln sich Streckenflieger und Flugschüler am Start zum Windenschlepp. Jeweils zwei Piloten machen sich gleichzeitig startklar. Sie werden von der Doppeltrommelwinde in die Luft gezogen.

Schallgedämmter Schleppflug

Es gibt zwei Propellermaschinen für Flugzeugschlepp: Eine extra schallgedämmte Robin DR400 Remorquer mit leisem 4-Blatt-Propeller und ein leiser Motorsegler Samburo. Schlepps starten nach Westen. Steigflüge erfolgen im Bereich der A3.

Schafe mähen das Gras

An Werktagen, wenn kein Flugbetrieb stattfindet, oder außerhalb der Flugsaison im Winter, treibt der Schäfer gerne seine Tiere auf das Gelände. Die Flieger sparen sich Arbeit und den Einsatz von Maschinen und Treibstoff zum Mähen.

Draußen arbeiten

In dem Flugfeld wurden Drainagerohre verlegt, weil das Gelände nach starken Regenfällen häufig verschlammt war. Regelmäßige Arbeit vor allem für die jungen Flieger ist der Rückschnitt der Hecken in den Randbereichen des Platzes.

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Naherholung am Flugplatz

Wer am Wochenende zu Fuß oder per Rad unterwegs ist, legt gerne bei uns einen Stopp ein und beobachtet den Flugbetrieb. Manch einer nutzt die Gelegenheit zu einem Rundflug in einem der doppelsitzigen Segler oder im Motorsegler.

Blumen und Insekten

Im Frühjahr und im Sommer gedeihen allerlei Pflanzen und Insekten auf dem Flugfeld. Vor allem am Rand, wo keine Segelflieger unterwegs sind, blüht es.

Außerhalb der Saison

Etwa 5 Monate im Jahr liegt das Flugfeld unberührt. Zwischen dem Abfliegen in der 2. Oktoberhälfte und dem Anfliegen in der 2. Märzhälfte finden auf dem Platz Fahrzeugbewegungen nur für Gehölzpflege statt.

Frösche und Kröten unterwegs

Die Gräfte um Haus Graven und zwei Amphibiengewässer südlich des Platzes am Graf-Mirbach-Weg sind besonders geschützt. Ebenso ein Erlenbruch, der wegen seiner Vegetation als einer der wertvollsten im Kreis Mettmann gilt.

Wissenswertes zum Segelflug in Langenfeld

Vom Acker zum Flugplatz

Deutschlandweit wird an 340 Flugplätzen Segelflug betrieben sowie an rund 280 reinen Segelfluggeländen wie Langenfeld-Wiescheid, an denen kein Motorflug stattfindet – ausgenommen mit Propellermaschinen zum Schlepp von Segelflugzeugen und mit Motorseglern.
Die für den Flugbetrieb behördlich zugelassenen Plätze wurden früher in der Regel landwirtschaftlich genutzt. Flugfelder wurden angelegt auf land- und forstwirtschaftlich wenig ertragreichen Flächen. Auch das Segelfluggelände in Wiescheid wurde vor Aufnahme des Flugbetriebes landwirtschaftlich genutzt.

Die Segelflieger ziehen um

Die Luftsportgruppe Erbslöh wurde am 19. März 1950 gegründet. Das erste Fluggelände lag an der Jahnstraße in Langfort, wo heute der Freizeitpark liegt. Dort erfolgte 1955 der erste Start eines Segelflugzeuges. Die zunehmende Bebauung machte in den 70er Jahren den weiteren Flugbetrieb auf diesem Platz unmöglich, so dass in den 70er Jahren nach einer neuen Möglichkeit gesucht werden musste. 1979 zogen die Flieger auf das heutige Segelfluggelände in Langenfeld-Wiescheid um.

Das heutige Fluggelände liegt im Landschaftsschutzgebiet

Es liegt zwischen der Autobahn 3 und einem Waldstück im Westen und den Solinger Siedlungsgebieten an der Bonner/Ohligser Straße im Osten. Im Norden grenzt es an die forstwirtschaftlich genutzten Naherholungsbereiche Krüdersheide und Ohligser Heide, im Süden liegt getrennt durch einen Waldstreifen und den Kommunalfriedhof der Siedlungsbereich Langendfeld-Wiescheid.
Das Flugfeld wurde aus Sicherheitsgründen eingezäunt. Am Graf-von-Mirbach-Weg wurden Gebäude errichtet für die Werkstatt und zum Unterstellen der Flugzeuge und Anhänger sowie für das Vereinsheim und Sanitäranlagen. Das Segelfluggelände ist von der Düsseldorfer Bezirksregierung genehmigt. Zum Genehmigungsverfahren gehört auch eine Prüfung der Umweltverträglichkeit.
Möglichst wenig Fläche wurde versiegelt. Lediglich um die Gebäude herum wurden befahrbare Wege gepflastert sowie ein Teil des Vorfeldes. Das gesamte Flugfeld ist unversiegelt. Die Abwasserentsorgung erfolgt über eine eigene Kläranlage.